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    Miguel Santos|Head of Sales

    Miguel Santos is Head of Sales at Quota Engine with over 8 years of experience in B2B sales and revenue operations across DACH markets. He has helped 50+ companies build predictable sales pipelines and has generated over 10,000 qualified meetings for clients ranging from startups to Fortune 500 enterprises.

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    Ist Product-led Growth (PLG) der Heilsbringer für B2B SaaS Unternehmen?

    Product-led Growth (PLG) hat sich in den letzten Jahren als vielversprechende Go-to-Market-Strategie für B2B SaaS Unternehmen etabliert. Unternehmen wie Slack, Dropbox und Zoom haben bewiesen, dass das Produkt selbst zum Hauptwachstumstreiber werden kann. Doch im DACH-Markt stehen Vertriebsleiter, SDRs und Account Executives vor der entscheidenden Frage: Ist Product-led Growth wirklich der Heilsbringer für nachhaltiges Wachstum, oder handelt es sich um einen Ansatz, der nur für bestimmte Unternehmenstypen funktioniert?

    Die Realität zeigt ein differenziertes Bild. Laut einer aktuellen Studie von OpenView Partners haben PLG-Unternehmen ein 30-40% schnelleres Wachstum als traditionelle Sales-led-Organisationen. Gleichzeitig scheitern jedoch etwa 60% aller PLG-Implementierungen in den ersten zwei Jahren, hauptsächlich aufgrund mangelnder Produktreife, unklarer Zielkundendefinition und fehlender Integration von Sales und Marketing.

    In diesem umfassenden Leitfaden beleuchten wir die wichtigsten Aspekte von Product-led Growth speziell für den DACH-Markt. Sie erfahren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie Sie PLG erfolgreich implementieren und wo die größten Fallstricke liegen. Mit konkreten Praxisbeispielen, messbaren Benchmarks und erprobten Checklisten erhalten Sie einen praxisnahen Fahrplan für Ihre PLG-Strategie.

    Was genau ist Product-led Growth und warum gewinnt PLG an Bedeutung?

    Product-led Growth beschreibt eine Go-to-Market-Strategie, bei der das Produkt selbst als primärer Treiber für Kundenakquise, -aktivierung und -bindung fungiert. Im Gegensatz zu Sales-led-Ansätzen, bei denen Vertriebsteams den ersten Kontakt initiieren, erlaubt PLG potenziellen Kunden, das Produkt eigenständig zu entdecken, zu testen und zu nutzen – häufig über Freemium-Modelle oder kostenlose Testversionen.

    Die Bedeutung von PLG nimmt aus mehreren Gründen zu. Erstens haben sich Kaufgewohnheiten grundlegend verändert: B2B-Käufer erwarten heute dieselbe Nutzerfreundlichkeit wie in Consumer-Apps. Laut Gartner bevorzugen 75% der B2B-Käufer eine verkäuferfreie Erfahrung bei der Produktevaluation. Zweitens ermöglicht PLG eine effizientere Skalierung, da das Produkt selbst Wachstum generiert, ohne proportional steigende Vertriebskosten.

    Im DACH-Markt ist PLG besonders relevant, weil deutsche, österreichische und Schweizer Entscheider traditionell datengetrieben und risikoavers entscheiden. Ein PLG-Ansatz, der es Nutzern ermöglicht, den Wert vor dem Kauf selbst zu validieren, passt ideal zu dieser Mentalität. Gleichzeitig stellt die strikte DSGVO-Gesetzgebung in Europa besondere Anforderungen an die Implementierung.

    Welche Voraussetzungen müssen für erfolgreichen PLG erfüllt sein?

    Bevor ein B2B SaaS Unternehmen PLG implementiert, müssen fundamentale Grundlagen geschaffen werden. Die wichtigste Voraussetzung ist ein Produkt, das einen unmittelbaren, selbsterklärenden Wert liefert. Das Produkt muss intuitiv bedienbar sein und innerhalb von Minuten – nicht Wochen – einen "Aha-Moment" erzeugen.

    Produktreife und Time-to-Value: Ihr Produkt sollte einen Time-to-Value von maximal 5-10 Minuten haben. Tools wie Calendly oder Notion demonstrieren, wie Nutzer ohne Schulung sofort Mehrwert erzielen können. Im DACH-Markt bedeutet dies: klare deutsche Benutzeroberflächen, intuitive Navigation und keine technischen Hürden beim Onboarding.

    Virales Potenzial: Erfolgreiche PLG-Produkte haben eingebaute Netzwerkeffekte oder Sharing-Mechanismen. Wenn ein Nutzer das Produkt verwendet, sollten automatisch weitere potenzielle Nutzer exponiert werden – beispielsweise durch Einladungen zu Projekten, geteilte Dokumente oder öffentlich sichtbare Arbeitsergebnisse.

    Skalierbare Infrastruktur: Ihre technische Architektur muss Self-Service-Signups, automatisierte Onboarding-Flows und nutzungsbasierte Metriken unterstützen. Besonders wichtig für DACH: DSGVO-konforme Datenverarbeitung, klare Einwilligungsprozesse und transparente Datenschutzerklärungen bereits im Signup-Flow.

    Messbare Aktivierungsmetriken: Definieren Sie klar, welche Aktionen ein Nutzer durchführen muss, um "aktiviert" zu sein. Bei einem Projektmanagement-Tool könnte dies bedeuten: mindestens 3 Aufgaben erstellt, 2 Teammitglieder eingeladen, erste Deadline gesetzt – alles innerhalb der ersten 7 Tage.

    Wie definiert man das Ideal Customer Profile (ICP) für PLG-Strategien?

    Die Definition des Ideal Customer Profile ist bei PLG noch kritischer als bei traditionellen Ansätzen. Sie müssen zwischen Individual Users und Buying Centers differenzieren, da PLG typischerweise bottom-up funktioniert – einzelne Nutzer adoptieren das Produkt, bevor Entscheider involviert werden.

    Rollen im PLG-Kontext: Identifizieren Sie die Early Adopters, die das Produkt zuerst nutzen werden. Bei einem Collaboration-Tool sind dies oft Product Manager, Designer oder Engineering Teams. Das Buying Center umfasst dann CTO, CFO und Procurement, sobald es um Enterprise-Verträge geht. Ein konkretes Beispiel aus dem DACH-Markt: Ein Münchner SaaS-Anbieter für Dokumentenmanagement identifizierte Legal Counsels als Early Adopters, während der General Counsel das eigentliche Buying Center vertrat.

    Trigger-Events für Conversion: Definieren Sie präzise, welche Nutzungsmuster auf kaufbereite Accounts hindeuten. Typische Trigger sind: Team-Wachstum (mehr als 5 aktive Nutzer), Power-User-Verhalten (tägliche Nutzung über 30 Tage), Feature-Limitierung (mehrfaches Erreichen von Freemium-Grenzen) oder Integrationsanfragen.

    Negativkriterien: Besonders wichtig bei PLG ist die Identifikation von Nutzern, die niemals konvertieren werden. Dazu gehören: Einzelnutzer in Großkonzernen ohne Budget-Autorität, Nutzer aus Branchen außerhalb Ihres ICP oder Accounts, die nur für einmalige Projekte das Tool nutzen. Ein Beispiel: Ein HR-SaaS-Tool stellte fest, dass Freelance-Recruiter zwar aktive Nutzer waren, aber nie zu zahlenden Kunden wurden.

    Wie müssen Botschaften für den DACH-Markt lokalisiert werden?

    Lokalisierung im DACH-Markt geht weit über reine Übersetzung hinaus. Deutsche, österreichische und Schweizer B2B-Käufer erwarten präzise, sachliche Kommunikation ohne Marketing-Superlative. Die Botschaft muss Vertrauen durch Substanz aufbauen, nicht durch Emotionen.

    Sprachliche Präzision: Vermeiden Sie angloamerikanische Phrasen wie "Game Changer" oder "Revolutionary". Nutzen Sie stattdessen konkrete Formulierungen wie "30% Zeitersparnis bei der Dokumentenverwaltung" oder "Reduzierung manueller Prozesse um 40%". Ein Berliner FinTech-Unternehmen steigerte seine Conversion Rate um 25%, indem es von "Transform your workflow" zu "Automatisieren Sie wiederkehrende Buchhaltungsprozesse" wechselte.

    Rechtliche Compliance: Im DACH-Markt ist die strikte Einhaltung von DSGVO und UWG nicht optional, sondern erfolgskritisch. Jede Marketing-E-Mail benötigt Double-Opt-in, klare Widerrufsmöglichkeiten und transparente Datenschutzhinweise. Bei PLG-Signups müssen Sie klar kommunizieren, wie Nutzerdaten verarbeitet werden, wo Server stehen (idealerweise EU) und welche Drittanbieter integriert sind.

    B2B-Opt-out-Mechanismen: Auch wenn B2B-E-Mails in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen ohne vorherige Einwilligung erlaubt sind, sollten Sie stets einfache Opt-out-Optionen anbieten. Best Practice: Ein sichtbarer Abmeldelink in jeder E-Mail und ein Präferenzzentrum, in dem Nutzer granular steuern können, welche Kommunikation sie erhalten möchten.

    Wie erstellt man effektive Sequenzen und Playbooks für PLG?

    PLG erfordert hochgradig automatisierte, aber dennoch personalisierte Kommunikationssequenzen. Im Gegensatz zu traditionellem Outbound reagieren Sie auf Nutzerverhalten, statt kalt zu kontaktieren.

    Lifecycle-basierte Sequenzen: Entwickeln Sie unterschiedliche Playbooks für verschiedene Nutzer-Stadien. Ein Beispiel-Framework:

    • Tag 0-7 (Activation): Onboarding-E-Mails mit konkreten Quick Wins, Tutorial-Videos und Success Stories relevanter Peers. Trigger: Signup ohne erste Kernaktion.
    • Tag 8-30 (Engagement): Feature-Discovery-E-Mails, die basierend auf bisheriger Nutzung weitere Funktionen vorschlagen. Trigger: Nutzung stagniert oder Nutzer erreicht Freemium-Limit.
    • Tag 31-60 (Conversion): Sales-Touch mit personalisiertem ROI-Calculator, Case Studies aus derselben Branche und Upgrade-Incentives. Trigger: Mindestens 10 aktive Tage, aber noch kein Paid-Account.
    • Tag 61+ (Expansion): Account-Based-Selling bei Multi-User-Accounts, Executive-Outreach ans Buying Center. Trigger: 5+ Nutzer im selben Unternehmen.

    Verantwortlichkeiten im PLG-Modell: Klären Sie präzise, wo Marketing endet und Sales beginnt. Ein bewährtes Modell: Marketing Owner für alle automatisierten Touchpoints bis zur Product Qualified Lead (PQL)-Schwelle. Sales Owner ab dem Moment, wo ein Account PQL-Status erreicht – typischerweise definiert durch Nutzungsintensität, Team-Größe und Feature-Adoption.

    A/B-Testing und Optimierung: Testen Sie systematisch E-Mail-Subject-Lines, Call-to-Action-Buttons, Zeitpunkte und Absender. Ein SaaS-Unternehmen aus Stuttgart steigerte seine Trial-to-Paid-Conversion um 18%, indem es E-Mails vom Customer Success Manager statt vom generischen "Team" verschickte.

    Wie nutzt man Produktdaten zur kontinuierlichen Optimierung?

    Der größte Vorteil von PLG ist die Fülle an Nutzungsdaten, die Produktentscheidungen informieren können. Erfolgreiches PLG basiert auf datengetriebener Iteration, nicht auf Vermutungen.

    Product Analytics implementieren: Nutzen Sie Tools wie Mixpanel, Amplitude oder Heap, um jeden relevanten User-Interaction-Point zu tracken. Definieren Sie Events für alle kritischen Aktionen: Account-Erstellung, Feature-Nutzung, Collaboration-Momente, Limit-Erreichung. Ein konkretes Dashboard könnte umfassen: Time-to-First-Value (wie lange bis zur ersten Kernaktion), Activation Rate (% der Signups, die aktiviert werden), Feature-Adoption-Rate und Retention-Cohorts.

    A/B-Testing im Produkt: Testen Sie systematisch Onboarding-Flows, Feature-Positionierung und Upgrade-Prompts. Ein Beispiel: Ein Wiener Collaboration-Tool testete zwei Onboarding-Varianten – eine mit geführtem Tutorial, eine mit sofortigem Zugang. Resultat: Die zweite Variante hatte 35% höhere Activation, da Power-User nicht durch Tutorials gebremst wurden.

    Nutzerfeedback systematisieren: Implementieren Sie In-App-Feedback-Mechanismen und regelmäßige NPS-Surveys. Entscheidend ist: Schließen Sie den Feedback-Loop, indem Sie Nutzer über umgesetzte Verbesserungen informieren. Ein Münchner HR-Tech-Unternehmen versendete monatlich "What we built based on your feedback"-Updates, was die Nutzer-Loyalität messbar steigerte.

    Churn-Prävention durch Daten: Identifizieren Sie Leading Indicators für Churn. Typische Warnsignale: Rückgang der Login-Frequenz, geringere Feature-Nutzung, Team-Verkleinerung oder ungenutzte Einladungen. Erstellen Sie automatisierte Win-back-Sequenzen, die aktiviert werden, bevor der Nutzer vollständig abwandert.

    Wie integriert man Sales und Marketing erfolgreich im PLG-Modell?

    Ein häufiges Missverständnis: PLG bedeutet "Sales ist überflüssig". Tatsächlich ist bei B2B SaaS die enge Verzahnung von Product-led Growth und Sales-Unterstützung der Schlüssel zum Erfolg – oft bezeichnet als "Product-led Sales".

    Sales-Rolle neu definieren: Im PLG-Kontext fokussiert sich Sales nicht auf Cold Outreach, sondern auf High-Intent-Leads, die bereits Produkt-Engagement zeigen. Account Executives konzentrieren sich auf: Expansion in größere Accounts, Unterstützung bei komplexen Implementierungen, C-Level-Selling für Enterprise-Verträge und Vertragsverhandlungen. Ein Beispiel: Bei Slack kontaktiert Sales erst Accounts, sobald 50+ Nachrichten versendet wurden oder 10+ Team-Mitglieder aktiv sind.

    Gemeinsame Zielsetzung und KPIs: Definieren Sie Revenue-Ziele, die beide Teams incentivieren. Bewährte KPIs umfassen:

    • Marketing: Signups, Activation Rate, Time-to-Value, PQL-Generierung
    • Sales: PQL-to-Customer Conversion, Average Contract Value, Expansion Revenue
    • Shared: Customer Lifetime Value, Net Revenue Retention, Payback Period

    Regelmäßige Synchronisation: Implementieren Sie wöchentliche Sales-Marketing-Abstimmungen, in denen Sie besprechen: Welche Nurturing-Sequenzen konvertieren am besten? Welche Feature-Nutzung korreliert mit Kaufbereitschaft? Welches Feedback erhält Sales, das Produktverbesserungen informieren sollte? Ein Frankfurter Cybersecurity-SaaS etablierte "Conversion Retrospectives", bei denen gewonnene und verlorene Deals gemeinsam analysiert werden.

    Enablement und Training: Sales-Teams benötigen tiefes Produktverständnis und Zugang zu Nutzungsdaten. Equipen Sie AEs mit: Echtzeit-Dashboards zur Account-Activity, Playbooks für verschiedene Use Cases, Battle Cards für Wettbewerbssituationen und ROI-Calculators zur Wert-Quantifizierung.

    Welche spezifischen Herausforderungen gibt es im DACH-Markt?

    Der DACH-Markt stellt besondere Anforderungen an PLG-Strategien, die amerikanische Playbooks oft nicht adressieren. Deutsche, österreichische und Schweizer B2B-Käufer haben spezifische Erwartungen und rechtliche Rahmenbedingungen.

    Datenschutz als Differentiator: DSGVO-Compliance ist im DACH-Markt nicht nur Pflicht, sondern kann zum Wettbewerbsvorteil werden. Kommunizieren Sie transparent: Server-Standorte in der EU, Zertifizierungen (ISO 27001, SOC 2), Datenverarbeitungsverträge und klare Informationen zu Sub-Processoren. Ein Hamburger SaaS-Tool gewann einen Enterprise-Deal, weil es als einziger Anbieter On-Premise-Deployment für datensensible Branchen anbot.

    Längere Evaluierungszyklen: Im Vergleich zu US-Märkten sind Entscheidungsprozesse im DACH-Raum oft langwieriger und involvieren mehr Stakeholder. PLG muss dies antizipieren durch: Längere Trial-Perioden (30-60 Tage statt 14), umfangreiche Dokumentation und Whitepapers, Technical-Deep-Dives für IT-Abteilungen und Procurement-freundliche Verträge mit klaren SLAs.

    Kulturelle Präferenzen: Deutsche Entscheider schätzen Gründlichkeit über Geschwindigkeit. Stellen Sie bereit: Detaillierte Feature-Vergleiche, Security-Audits, Referenzkunden aus derselben Branche und persönliche Ansprechpartner für kritische Fragen. Ein Beispiel: Ein Collaboration-Tool bot für DACH-Kunden standardmäßig Kick-off-Calls an, während in anderen Märkten rein Self-Service-Onboarding ausreichte.

    Wie misst man den Erfolg von PLG-Initiativen?

    Erfolgsmessung bei PLG erfordert andere Metriken als traditioneller Vertrieb. Fokussieren Sie sich auf Product-Engagement und Nutzer-Verhalten, nicht nur auf Pipeline-Stages.

    North Star Metric definieren: Identifizieren Sie die eine Metrik, die am stärksten mit langfristigem Erfolg korreliert. Beispiele:

    • Slack: Versendete Nachrichten pro Team
    • Dropbox: Aktiv geteilte Dateien
    • Calendly: Gebuchte Meetings
    • Figma: Collaboration-Minuten in Designs

    Activation und Retention messen: Definieren Sie präzise Activation-Kriterien. Laut Studien korreliert frühe Activation stark mit Retention – aktivierte Nutzer haben 3-5x höhere Retention-Raten. Messen Sie: Activation Rate innerhalb 7 Tage, Day 7/14/30 Retention, Wöchentliche/Monatliche Active Users (WAU/MAU).

    Product Qualified Leads (PQL) tracken: Anders als Marketing Qualified Leads basieren PQLs auf Produktnutzung. Definieren Sie Schwellenwerte, z.B.: Nutzer, der in 14 Tagen mindestens 10 Tage aktiv war UND mindestens 3 Kern-Features genutzt hat UND in einem Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern arbeitet.

    Revenue-Metriken: Tracken Sie PLG-spezifische Revenue-KPIs: Trial-to-Paid Conversion Rate, Time-to-Revenue (wie lange vom Signup bis zum ersten Payment), Expansion Revenue von Self-Service-Upgrades, Viral Coefficient (wie viele neue Nutzer bringt ein bestehender Nutzer).

    Häufig gestellte Fragen zu Product-led Growth

    Ist PLG für alle B2B SaaS Unternehmen geeignet?

    Nein, PLG funktioniert am besten für Produkte mit niedrigem Onboarding-Aufwand, klarem Self-Service-Value und breiter Nutzerbasis. Enterprise-Software mit komplexen Implementierungen, lange Customization-Zyklen oder hochgradig regulierte Branchen sind oft besser mit Sales-led-Ansätzen bedient. Ein Hybrid-Modell – PLG für SMB-Segment, Sales-led für Enterprise – ist häufig optimal.

    Wie lange dauert die PLG-Transformation?

    Eine vollständige PLG-Transformation dauert typischerweise 12-24 Monate. In den ersten 3-6 Monaten liegt der Fokus auf Produktoptimierung und Analytics-Setup. Monate 6-12 umfassen Prozess-Etablierung und Team-Enablement. Nach 12 Monaten beginnt typischerweise die Skalierungsphase. Erwarten Sie erste messbare Resultate (höhere Trial-Conversion, bessere Activation) nach etwa 6 Monaten.

    Welche Organisationsstruktur braucht man für PLG?

    Erfolgreiche PLG-Unternehmen schaffen oft eine Growth-Funktion, die Marketing, Product und Data vereint. Typische Rollen umfassen: Growth Product Manager (optimiert Onboarding und Activation), Product-led Sales Reps (bearbeiten PQLs), Customer Success Manager (fokussiert auf Expansion und Retention) und Growth Marketer (verantwortlich für Acquisition und Nurturing).

    Wie vermeidet man Kannibalisierung zwischen Freemium und Paid?

    Definieren Sie klare Value-Tiers. Freemium sollte genug Wert liefern, dass Nutzer aktiviert werden, aber klare Limitierungen haben, die Wachstum verhindern. Typische Grenzen: Nutzeranzahl (z.B. 5 kostenlos, dann Paid), Feature-Zugang (Advanced-Features nur in Paid), Nutzungslimits (z.B. 100 Dokumente/Monat kostenlos) oder Support-Level (Community-Support kostenlos, Priority-Support Paid).

    Was sind die größten PLG-Fehler?

    Die häufigsten Fehler sind: Zu komplexes Produkt ohne klaren "Aha-Moment", fehlende Produktanalyse und Daten-Infrastruktur, keine klare PQL-Definition und Sales-Übergabe, Vernachlässigung von DSGVO-Compliance im DACH-Markt und ausschließlicher Fokus auf Acquisition statt Activation und Retention. PLG ohne Sales-Unterstützung für größere Deals ist ebenfalls ein verbreiteter Fehler.

    Wichtige Erkenntnisse zu Product-led Growth

    Produktreife ist entscheidend: Bevor Sie PLG implementieren, muss Ihr Produkt einen sofortigen, selbsterklärenden Wert liefern. Time-to-Value unter 10 Minuten ist der Goldstandard.

    DACH-Markt braucht spezielle Anpassungen: DSGVO-Compliance, längere Evaluierungsphasen und sachliche Kommunikation sind im deutschsprachigen Raum erfolgskritisch.

    Dateninfrastruktur aufbauen: Product Analytics, Event-Tracking und PQL-Scoring sind fundamentale Voraussetzungen für datengetriebenes PLG.

    ICP präzise definieren: Unterscheiden Sie zwischen Individual Users und Buying Centers. Definieren Sie klare Trigger für Sales-Involvement.

    Sales bleibt relevant: PLG ersetzt Sales nicht, sondern verändert dessen Rolle. Product-led Sales fokussiert auf High-Intent-Leads und Expansion.

    Lokalisierung über Übersetzung hinaus: Deutsche Entscheider erwarten konkrete Daten, transparente Prozesse und persönliche Ansprechpartner.

    Messbare Activation-Kriterien festlegen: Definieren Sie präzise, welche Aktionen zur Aktivierung führen, und optimieren Sie den Funnel systematisch.

    Freemium strategisch einsetzen: Kostenlose Tier sollten aktivieren, aber durch klare Limits Growth-Incentives schaffen.

    Marketing und Sales synchronisieren: Gemeinsame KPIs, regelmäßige Abstimmungen und klare Übergabeprozesse sind essentiell.

    Kontinuierlich iterieren: PLG ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Optimierungsprozess basierend auf Nutzerverhalten und Feedback.

    Fazit: PLG als strategischer Wachstumshebel

    Product-led Growth ist kein universeller Heilsbringer, aber eine vielversprechende Strategie für B2B SaaS Unternehmen mit den richtigen Voraussetzungen. Im DACH-Markt erfordert erfolgreiche PLG-Implementierung eine sorgfältige Balance zwischen Self-Service-Erlebnis und persönlicher Unterstützung, zwischen Automatisierung und menschlicher Expertise.

    Die Kombination aus intuitiven Produkterlebnissen, datengetriebener Optimierung und strategischer Sales-Unterstützung kann zu signifikant schnellerem Wachstum bei gleichzeitig effizienteren Customer Acquisition Costs führen. Entscheidend ist die kontinuierliche Anpassung an Marktfeedback, strikte DSGVO-Compliance und die enge Verzahnung von Product, Marketing und Sales.

    Starten Sie mit einer ehrlichen Produktbewertung, definieren Sie klare Success-Metriken und implementieren Sie PLG schrittweise. Mit den in diesem Leitfaden beschriebenen Strategien und Beispielen sind Sie gut gerüstet, um Product-led Growth erfolgreich in Ihrem Unternehmen zu etablieren.

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    Miguel Santos

    Head of Sales

    Miguel Santos is Head of Sales at Quota Engine with over 8 years of experience in B2B sales and revenue operations across DACH markets. He has helped 50+ companies build predictable sales pipelines and has generated over 10,000 qualified meetings for clients ranging from startups to Fortune 500 enterprises.

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